Förderung für Ladeinfrastruktur geht in die zweite Runde – Antragstellung ab jetzt!

15. September 2017 Lena May Rund ums Laden des Elektroautos Schlagwörter: , , , 0 Comments

Pünktlich zum Start der IAA wird die Mobilität der Zukunft auch an anderer Stelle am Schopf gepackt. Der zweite Aufruf im Rahmen der Förderrichtlinie „Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge in Deutschland“ durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) ist gestartet. Von den insgesamt 300 Mio. Euro im Fördertopf wird diesmal ein Kontingent von 100 Mio. Euro zur Verfügung stehen, das auf die Bundesländer verteilt ist. Im ersten Förderaufruf vom 15. Februar 2017 waren es noch 10 Mio. Euro. Über 1.300 Anträge waren dabei eingegangen, von denen einige noch in Bearbeitung sind.

Für eine umfassende Vorbereitung auf die Antragstellung werfen Sie einen Blick in unsere Checkliste: Hier finden Sie was gefördert wird, ob Ihr Ladeinfrastruktur-Projekt bezuschusst werden kann und was die nächsten Schritte sind. Viel Glück!

DOWNLOAD – Checkliste 2. Förderaufruf

Wozu dient die Förderung für Ladeinfrastruktur?

Dem zügigen und flächendeckenden Ausbau von öffentlich zugänglicher und nutzerfreundlicher Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge in Deutschland. Elektroautofahrer sollen sich künftig darauf verlassen können, überall schnellen und unkomplizierten Zugang zu Lademöglichkeiten zu finden.

Wer kann eine Förderung für Ladeinfrastruktur erhalten?

Alle natürlichen und juristischen Personen, d.h. prinzipiell jeder, für den eine öffentlich zugängliche Ladestation interessant sein könnte. Städte, Gemeinden, private Investoren und Unternehmen, aber auch Privatpersonen können die Förderung für Ladeinfrastruktur beantragen.

Was wird gefördert?

Die Förderung ist für den Aufbau von 12.000 Normalladepunkten bis einschließlich 22 kW und 1.000 Schnellladepunkten mit 150 kW Ladeleistung vorgesehen. Zusätzlich zu Hardware und Montage werden auch die Netzanschlusskosten bezuschusst. Ebenfalls gefördert werden Maßnahmen, um bestehende Ladepunkte aufzurüsten, etwa um den Richtlinien der Ladesäulenverordnung (LSV) zu entsprechen oder um die Ladeleistung zu erhöhen.

Wie hoch ist die Förderung für Ladeinfrastruktur?

  • Normalladepunkte werden mit bis zu 2.500 €, aber maximal mit 40 Prozent der Kosten gefördert. Zusätzlich kann der Netzanschluss an das Niederspannungsnetz mit bis zu 5.000 € gefördert werden, ebenfalls beschränkt auf einen prozentualen Anteil von maximal 40 Prozent.
  • Schnellladepunkte werden mit bis zu 30.000 € gefördert. Für den Anschluss an das Mittelspannungsnetz können bis zu 50.000 € durch die Förderung abgedeckt werden. Auch hier gilt jeweils die Regelung, dass maximal 40 Prozent der Kosten übernommen werden.
  • Ein einzelner Antragsteller kann maximal Zuwendungen in Höhe von 5 Mio. Euro aus dem zweiten Förderaufruf erhalten.
  • Das Leasing von Ladeninfrastruktur kann nicht gefördert werden.

Was sind die Bedingungen?

  • Die Ladeinfrastruktur muss für eine Dauer von mindestens 6 Jahren betrieben und gewartet werden. Dafür ist der Antragsteller verantwortlich. Während dieser Zeit müssen halbjährlich Berichte eingereicht werden, die die Auslastung, Kosten, etc. des Ladepunkts dokumentieren.
  • Die Ladesäule muss 24 Stunden an sieben Tagen der Woche ununterbrochen öffentlich und barrierefrei zugänglich sein.
  • Sie muss über einen offenen Kommunikationsstandard an ein Backend-System angebunden und remotefähig sein.
  • Der Ladevorgang darf ohne Authentifizierung gestartet werden, sofern das Laden kostenlos angeboten wird oder in unmittelbarer Nähe zum Ladepunkt bar bezahlt werden kann. Bei bargeldloser Bezahlung müssen sich Nutzer zum Laden authentifizieren. Hierbei ist der Betreiber verpflichtet, gängige kartenbasierte Zahlungssysteme in unmittelbarer Nähe anzubieten. Alternativ kann über webbasierte Zahlungssysteme abgerechnet werden. Außerdem muss vertragsbasiertes Laden mit Authentifizierung per RFID-Karte und Smartphone App ermöglicht werden.
  • Mittels Roaming muss sichergestellt sein, dass die Ladeinfrastruktur von Kunden verschiedener Fahrstromanbieter gefunden und benutzt werden kann. Auch Echtzeitinformationen zu Belegungsstatus und Betriebsbereitschaft müssen abrufbar sein.
  • Die Ladeinfrastruktur muss den Anforderungen des Mess- und Eichrechts entsprechen.
  • Der Strom, mit dem die Ladestation betrieben wird, muss nachweislich aus erneuerbaren Energien stammen. Das geht entweder über einen Grünstrom-Vertrag oder durch lokale Energiegewinnung, z.B. über eine Photovoltaik-Anlage.
  • Für DC-Ladepunkte muss der Spannungsbereich zwischen 200 und 900 Volt liegen.
  • Der Ladepunkt muss den Richtlinien der Ladesäulenverordnung (LSV) entsprechen.
  • Die Parkplätze am Ladepunkt und die Ladeinfrastruktur selbst müssen entsprechend der Vorgaben gekennzeichnet werden.
  • Wichtig: Der Zuschuss wird nicht gezahlt, wenn das Vorhaben bereits vor Bewilligung der Förderung als begonnen gilt, d.h. wenn dazu bereits Lieferungs- oder Leistungsverträge abgeschlossen wurden. Zulässig sind nur die Planung oder etwaige Genehmigungsverfahren für den Aufbau der Ladeinfrastruktur.
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Was ist die Ladesäulenverordnung (LSV)?

Die Ladesäulenverordnung bindet öffentlich zugängliche Ladestationen an die Einhaltung technischer und operativer Standards zum Laden. Als öffentlich gelten sowohl Ladestationen, die Teil des öffentlichen Straßenraums sind, als auch Ladestationen auf privatem Grund, die von einem unbestimmten Personenkreis angefahren und benutzt werden können.

Wie kann man sich bewerben?

Die Antragstellung läuft über das Förderportal des Bundes easy-Online. Unter dem Reiter des BMVI wird die Fördermaßnahme ausgewählt. Danach wird man Schritt für Schritt durch das Formular geführt, das dann online abgeschickt wird. Darüber hinaus muss ein rechtsverbindlich unterschriebener Ausdruck des Antrags auf dem Postweg bei der Bundesanstalt für Verwaltungsdienstleistungen (BAV; Adresse: Schlossplatz 9, 26603 Aurich) eingehen. Fehlende Unterlagen müssen binnen zwei Wochen nachgereicht werden, sonst verfällt der Antrag.

Achtung: Ein Antrag gilt nur für entweder Normal- oder Schnellladepunkte und nur innerhalb eines Bundeslandes. Wer plant, Ladestationen in mehreren Bundesländern zu errichten oder gleichzeitig Normal- und Schnellladeinfrastruktur aufzubauen, muss für diese Vorhaben jeweils separate Förderanträge stellen.

Wie werden Förderungen verteilt?

Beim letzten Förderaufruf galt das sogenannte Windhundprinzip, d. h. Förderanträge wurden nach der zeitlichen Reihenfolge ihres Eingangs bearbeitet und bewilligt. Bei diesem Förderaufruf hingegen werden die Anträge bewertet und nach Wirtschaftlichkeit priorisiert. Hier zählt das Kriterium der geringsten Fördermittel pro kW Gesamtladeleistung.

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