My 1st Electric Car: Mit der richtigen Ladelösung ist die Reichweite fast nebensächlich

29. April 2017 Tobias Wagner My 1st Electric Car Schlagwörter: , , , , , 0 Comments

Tobi, unser Werkstudent im Bereich Charging Solutions zeigt, wie der Umstieg aufs erste Elektroauto funktionieren kann. In der Blogserie My 1st Electric Car erfahren Sie, wie man elektrische Mobilität und geringes Budget in Einklang bringt. Nicht in Zukunft, sondern bereits heute.

Entspannt Elektroauto fahren trotz geringer Reichweite – Utopie oder doch Realität?

Lange musste ich warten, nun ist es soweit: mein erstes eigenes Elektroauto. Wie in der ersten Episode bereits beschrieben, verliefen Kauf und Anmeldung leichter als zunächst gedacht. Doch die kleine Renault Zoe muss ihre Qualitäten im Alltag erst noch unter Beweis stellen. Das meistverkaufte Elektroauto in Europa kommt in der ersten Generation mit einer 22 kWh Batterie daher, die eine reale Reichweite zwischen 120-150 km ermöglicht. Klingt wenig? Ist es auch. Reicht aber. Wie der neue smart electric drive beweist, muss ein gutes Elektroauto nicht zwangsweise eine große Reichweite aufweisen. Mit seiner im Vergleich zur Konkurrenz kleinen Batterie zeigt der smart, dass das aktuelle Batteriewettrüsten der Hersteller nicht unbedingt der Weisheit letzter Schluss sein muss – Stichwort Ökobilanz der Batterieproduktion. Mit der richtigen Ladelösung im Kofferraum und einem guten Überblick über öffentliche Schnellladeinfrastruktur wird der besorgte Blick auf die Restreichweite zur Seltenheit. Betrachtet man die real gefahrenen Strecken, ist ein Auto – egal ob elektrisch oder nicht – ohnehin vielmehr ein Steh- als ein Fahrzeug. Lange Roadtrips sind die Ausnahme, aber mit ein bisschen Planung selbst für die Renault Zoe kein Problem. Man muss dafür nicht abenteuerlustig sein, aber es hilft.

Laden am Arbeitsplatz: Der Traum des Elektromobilisten

Eine eigene Ladestation zu Hause ist wohl die komfortabelste Möglichkeit sein Elektroauto zu laden. Abends angesteckt, kann man nach dem Morgenkaffee mit 100% Akkustand entspannt in den Tag starten. Aber auch eine Voraussetzung? Nicht zwangsweise. Ich zum Beispiel besitze keine Wallbox in der Garage. Nicht mal eine Garage. Aufgeladen wird mein Elektroauto ausschließlich an öffentlicher Ladeinfrastruktur oder bei meinem Arbeitgeber The Mobility House. Immer mehr Unternehmen statten ihren Firmenparkplatz mit Ladestationen aus und sammeln dadurch Pluspunkte bei den Mitarbeitern. Eine intelligente Abrechnung fürs Laden ist heutzutage zwar kein Problem mehr, aber auf Kosten der Firma laden zu dürfen, macht deutlich mehr Laune. Einen Nachteil gibt es aber doch: Statt „Guten Morgen bester Werkstudent der Welt“ kriegt man von den Kollegen manchmal ein spaßiges „Na, Auto mal wieder leer“ zu hören.

Luftdruck und Reifendimension haben maßgeblichen Einfluss auf die Reichweite.

Strom gibt es überall: Mit dem richtigen Ladeequipment ist man für alle Fälle gewappnet

Noch einmal zurück: Warum ist die Renault Zoe eigentlich das meistverkaufte Elektroauto Europas? Aufgrund der Verarbeitungsqualität und der luxuriösen Ausstattung? Eher nicht. Sie hat andere, viel wichtigere Qualitäten. Mit bis zu 43 kW AC-Ladeleistung kann die Q210 Version dank Chamäleon Ladesystem in bis zu 30 Minuten auf 80% aufgeladen werden – nur Gleichstrom ist für sie tabu. Beim Laden spielt ein Elektroauto seine Vorteile aus: Ladepunkte müssen nicht zwangsweise aus einer installierten Ladestation bestehen, auch wenn dies die sicherste und schnellste Lademöglichkeit darstellt. Es gibt sie überall, wirklich überall. Egal ob Ladestation, Schuko-, Camping- oder CEE-Industriesteckdose einfach alles ist gefundenes „Lade-Fressen“ für die Zoe. Bei einer solch hohen Anzahl an Ladepunkten können sogar Tankstellen für Verbrenner nicht mithalten. Man bekommt eine ganz neue Sichtweise auf das Thema Mobilität. Schöne neue Elektroautowelt.

Aber der Strom muss mit entsprechender Technik auch ins Auto. Nach langer Überlegung habe ich mich für den JuiceBooster2 entschieden – die eierlegende Wollmilchsau unter den mobilen Ladestationen. Auch wenn er mit einem Anschaffungspreis von 999 € etwas am kargen Studenten-Budget kratzt, ist er die perfekte Ergänzung für das flexible Ladesystem der Zoe. Mit den entsprechenden Adaptern lädt die mobile Ladestation mit bis zu 22 kW die Zoe ruckzuck auf und verschwindet anschließend wieder im Kofferraum. Auch wenn der JuiceBooster entscheidende Vorteile besitzt, wie die automatische Einstellung der Ladeleistung, können andere mobile Ladestationen, wie der gleichwertige NRGkick, das grundsätzlich auch. Der Clou besteht im Typ 2-Adapter, mit dem die Ladestation im Handumdrehen zum Ladekabel für öffentliche Ladestationen wird. Ein Typ 2 auf Typ 2 Kabel wird dadurch überflüssig. Aber es kommt noch besser: Mit dem zusätzlichen Verlängerungskabel kann man an öffentlichen Ladestationen eine Distanz von bis zu 15m überbrücken. Verbrenner, die in der Regel unabsichtlich die Ladesäule zuparken, sind kein Hindernis mehr. Einfach ein paar Parkplätze danebenstellen, aufladen und staunende Passanten aufklären, warum dicke Stromkabel neuerdings nicht mehr unter der Erde verlegt werden.

Mit einer All-in-One Ladelösung wird das Laden überall möglich.

Ein Elektroauto im Alltag: Wahre Überzeugung oder eine Überdosis Idealismus?

Nach über 25.000 elektrischen Kilometern kann ich ein erstes Zwischenfazit ziehen. Elektromobilität ist nicht etwas für jedermann – zumindest noch nicht. Das Einsatzprofil muss zum Fahrzeug passen. Jedoch steigt die Auswahl an geeigneten Elektroautos stetig an. Die neueste Renault Zoe bewältigt beispielsweise bereits 300 km mit nur einer Ladung im Alltag – kein Grund, sich vor mangelnder Ladeinfrastruktur zu fürchten. Ich möchte keinen Tag mehr mit meiner Französin missen. Die Zukunft ist für mich definitiv elektrisch. Die Gegenwart zum Glück auch. Im nächsten Blog geht es um das Thema Geld verdienen mit dem Elektroauto. Ein Auto muss zwangsläufig nicht nur Kosten verursachen, sondern kann in Zukunft auch selbst zur Kostendeckung beitragen. Wie das funktioniert? Einfach The Mobility House auf Facebook folgen und keinen Beitrag mehr verpassen.

Seltener Anblick: Zoe und Überholspur werden auf Dauer keine Freunde.

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