Konjunkturpaket der Bundesregierung

München, 17.06.2020

Der Corona-Virus hat unser aller Alltag gehörig durcheinandergewirbelt. Um die Auswirkungen dieser Krise abzufedern, hat die Bundesregierung ein 130 Milliarden Euro schweres Konjunkturpaket auf den Weg gebracht, um den Konsum und die Wirtschaft wieder anzukurbeln und Zukunftsthemen voranzubringen. Von den vielen Einzelmaßnahmen sollen große Unternehmen ebenso profitieren wie Privatpersonen. Erfreulich ist, dass sich die Themen Innovation, Klimaschutz, Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit wie ein roter Faden durch die 57 Punkte des Papiers ziehen. Das Konjunkturpaket enthält auch mehrere Maßnahmen zur expliziten Förderung der Elektromobilität und der Ladeinfrastruktur für Elektroautos

Innovationsprämie für Elektroautos

Der Umweltbonus genannte Zuschuss für den Kauf eines Elektroautos etwa steigt befristet bis Ende Dezember 2021 von bislang 6000 auf 9000 Euro. Den Bonus, der im Konjunkturpaket als „Innovationsprämie“ aufgeführt wird, gibt es allerdings nur für Elektroautos, die netto weniger als 40.000 Euro kosten. Vom höheren Umweltbonus profitieren vor allem Käufer kleinerer Elektroautos. Im Kleinwagensegment kosteten Verbrennermodelle zum Teil nur gut die Hälfte eines vergleichbaren Elektroautos. Nun nähern sich die Preise an, für manche E-Autos wie den Smart ED oder den VW e-Up fallen sie auf gut 12.000 Euro. Beliebte Elektroautos in der Preisklasse um 30.000 Euro wie Opel Corsa-e, Peugeot e-208, Renault Zoe oder der VW ID.3 sind dank der Innovationsprämie schon ab etwa 20.000 Euro zu haben – und somit auf dem Niveau von Verbrennern mit ähnlicher Ausstattung und Leistung.

Wie hoch ist der Umweltbonus bei welchem Listenpreis?

Antrieb      Netto-Listenpreis                  Umweltbonus bis 12/2021 Umweltbonus ab 01/2022
Batterie / Brennstoffzelle    

Bis 40.000 Euro

9000 Euro

6000 Euro

Batterie / Brennstoffzelle

40.000 - 65.000 Euro

7500 Euro 5000 Euro
Plug-in-Hybrid

Bis 40.000 Euro

6750 Euro 4500 Euro
Plug-in-Hybrid

40.000 - 65.000 Euro

5625 Euro 3750 Euro

Der Bonus steigt durch die Absenkung der Mehrwertsteuer von 19 auf 16 Prozent auf bis zu 9480 Euro, da die 3000 Euro Herstelleranteil des Umweltbonus vom Nettokaufpreis des Wagens abgezogen werden. Die Förderung ist rückwirkend für alle ab dem 4. Juni 2020 zugelassenen Fahrzeuge bis zum 31. Dezember 2021 gültig. So kostet zum Beispiel ein Opel e-Corsa bei carwow nur 184 Euro monatlich und liegt damit auf dem Niveau des fossilen Pedants. Unter Berücksichtigung der Betriebskosten lohnt sich ein Elektroauto ab Kilometer eins. 

Änderung der Dienstwagen-Besteuerung 

Einen weiteren Anreiz für den Umstieg auf ein reines Elektromodell schafft die Anhebung der Obergrenze für den ermäßigen Steuersatz von 0,25 Prozent bei der Dienstwagen-Besteuerung. Diese liegt für Elektroautos nun bei 60.000 Euro (Brutto-Listenpreis) und somit 20.000 Euro höher als bislang. Damit lassen sich die aktuell im Markt verfügbaren Mittelklassemodelle deutlich besser ausstatten (z.B. mit einer größeren Batterie) und über 1000 Euro pro Jahr sparen, da sich die Besteuerung der privaten Nutzung des Firmenwagens am Kaufpreis bemisst. Für PHEV ändert sich der Steuersatz von 0,5 Prozent nicht. Wichtig ist, dass die PHEV mindestens 40 Kilometer rein elektrische Reichweite haben oder maximal 50 g CO2/km (WLTP) ausstoßen. Für Verbrenner beträgt der Steuersatz ein Prozent des Brutto-Listenpreises. 

Steuerbefreiung für E-Autos verlängert — Höhere Kfz-Steuer für durstige Verbrenner 

Auch bei der Kfz-Steuer fallen die Änderungen zugunsten von Elektroautos und verbrauchsarmen Fahrzeugen aus. Während die zehnjährige Befreiung von der Kfz-Steuer für Elektrofahrzeuge bis Ende 2030 verlängert wird, erhöht sich die jährliche Abgabe für besonders durstige Verbrenner deutlich. Denn für Zulassungen ab dem 1. Januar 2021 gilt eine stufenweise Erhöhung des Steuersatzes, gestaffelt nach dem CO2-Ausstoß des Fahrzeugs. Für einen Diesel mit drei Litern Hubraum und einem CO2-Ausstoß von 221 g/km sind künftig 649 statt bisher 537 Euro fällig. 

Für Soziale Dienste sowie Handwerker und KMUs sind weitere Maßnahmen im Bereich der E-Mobility geplant: Der Bund legt ein Flottenaustauschprogramm auf, um den Umstieg auf Elektroautos und bis zu 7,5 Tonnen schwere Elektronutzfahrzeuge attraktiver zu machen. 

Milliarden für die Ladeinfrastruktur 

Allein für die bereits genannten Programme für Elektrofahrzeuge selbst sind gut 2,5 Milliarden Euro eingeplant. Weitere 500 Millionen sollen in den Ausbau der privaten Ladeinfrastruktur investiert werden. „Wir begrüßen den Plan der Bundesregierung, neben der öffentlichen auch die Ladeinfrastruktur am Arbeitsplatz und Zuhause zu fördern“, sagt Marcus Fendt, Geschäftsführer von The Mobility House. „Hier besteht unseres Erachtens nach der größte Handlungsbedarf, da Elektroautos primär während der Arbeitszeit oder nach Feierabend Zuhause geladen werden.“

Bonusprogramm für Innovationen bei Herstellern und Zulieferern

Mit 1,2 Milliarden Euro will der Bund private und kommunale Betreiber zum Umstieg auf emissionsarme Busse und Lastwagen bewegen. Auch die Förderung von Ladeinfrastruktur für Elektrobusse wird aufgestockt. Allerdings befristet bis Ende 2021. Hier besteht somit unmittelbarer Handlungsbedarf für Busbetreiber und Verkehrsbetriebe. 

„Das Konjunkturpaket ist mutig, einschlagend und nachhaltig. Es ist ein ganz klares Bekenntnis zu batteriebetriebenen Fahrzeugen und zementiert die Bedeutung der Elektromobilität als Technologie der Zukunft“, so Fendt abschließend. „Klar ist: die Elektromobilität ist auf dem Vormarsch. Der nächste logische Schritt muss die Vernetzung und intelligente Integration der Elektromobilität in das Gesamtnetz sein, wie wir von The Mobility House es bereits aktiv bei unseren Kunden realisieren.“