Wie beantrage ich die Förderung für Ladestationen?Wie beantrage ich die Förderung für Ladestationen?

München, 08.10.2020

Nachdem erst vor wenigen Monaten die Förderung von Elektroautos auf bis zu 9.000 Euro erhöht und mit der Änderung des Wohnungseigentumsgesetztes der Anspruch auf Ladeinfrastruktur abgesichert wurde, kommt nun ein weiterer finanzieller Anreiz hinzu, der Stromfahrzeuge noch attraktiver macht: Wie das Bundesverkehrsministerium mitteilt, bezuschusst der Bund im Rahmen eines neuen Förderprogramms erstmals auch die Installation privater Ladestationen an Wohngebäuden mit 900 Euro pro Ladepunkt. Pro Ladepunkt heißt explizit, dass z.B. Doppellader mit Anschlüssen für zwei Elektroautos mit 1800 Euro gefördert werden, oder dass Wohnungsgenossenschaften, die zehn Ladepunkte auf einmal aufbauen, 9000 Euro erhalten. Allerdings gilt es, einige Dinge zu berücksichtigen, um in den Genuss der Beihilfe zu kommen.

Wer kann einen Antrag stellen?

Antragsberechtigt sind Wohnungseigentümer und Wohnungseigentümergemeinschaften, sowie Mieter und Vermieter einer Wohnung. Mieter, die auf eigene Kosten eine Wallbox installieren, müssen vorher die Zustimmung ihres Vermieters einholen. Auch Wohnungsunternehmen, Wohnungsgenossenschaften und Bauträger können die Förderung beantragen. Den Zuschuss gibt es nur für Ladestationen an privat genutzten Stellplätzen von Wohngebäuden. 

Nicht antragsberechtigt sind kommunale Gebietskörperschaften, rechtlich unselbständige Eigenbetriebe von kommunalen Gebietskörperschaften, Gemeindeverbände, Zweckverbände und Kirchen. Öffentlich zugängliche Ladestationen oder Ladepunkte in der Tiefgarage eines Bürogebäudes werden nicht gefördert. Ebenfalls nicht gefördert werden Ladestationen an Ferienhäusern und -wohnungen sowie Wochenendhäusern.

Was genau wird gefördert?

Mit den 900 Euro sponsert der Bund alles, was mit der Installation einer neuen Ladestation in Verbindung steht. Neben der Wallbox selbst gehören dazu somit auch 

  • der elektrische Anschluss (Netzanschluss), 
  • ein Energiemanagementsystem bzw. Lademanagementsystem zur Steuerung von Ladestationen - wie etwa ChargePilot von The Mobility House,
  • sowie alle mit dem Aufbau verbundenen notwendigen Nebenarbeiten, wie etwa Erdarbeiten oder Wanddurchbrüche, die Verlegung von Rohren und Kabeln sowie Putzarbeiten. 

Wichtig: Der Zuschuss beträgt pauschal 900 Euro pro Ladepunkt. Unterschreiten die Gesamtkosten des Vorhabens den Zuschussbetrag von 900 Euro, wird die Förderung nicht gewährt. In den meisten Fällen dürfte es allerdings kein Problem sein, den Mindestbetrag auch zu erreichen. 

Für den Zuschuss gelten einige Grundvoraussetzungen: 

  • Die Wallbox muss fabrikneu sein, eine Ladeleistung von genau 11 kW aufweisen. Hier können auch Geräte mit stärkerer Ladeleistung erworben werden, solange sie dann von einem Elektrobetrieb auf 11 kW eingestellt sind.
  • Außerdem muss die Wallbox auf der Liste der geförderten Ladestationen der für die Auszahlung zuständigen KfW-Bank aufgeführt sein. Hier finden Sie eine Übersicht der förderfähigen Ladestationen in unserem Online-Shop
  • Gefördert werden nur fest verbaute Ladestationen, die 3-phasig an der Stromversorgung angeschlossen sind. 
  • Zudem muss der Ladepunkt - mit Blick auf die Netzdienlichkeit - intelligent und steuerbar sein. 
  • Der Strom, den der Ladepunkt ans Elektroauto abgibt, muss nachweislich ausschließlich von erneuerbaren Energien kommen - sei es vom Energieversorger oder der Photovoltaikanlage auf dem Hausdach.

Zu beachten ist außerdem, dass die Errichtung und Inbetriebnahme der Ladestation durch ein Installationsunternehmen erfolgen muss. The Mobility House bietet z.B. einen Installationscheck an, bei welchem die Elektroinstallation vor Ort geprüft und ein unverbindliches Angebot für die Installation der Ladestation erstellt wird. Dabei wird auf ein Netzwerk aus qualifizierten Fachpartnern zurückgegriffen. 

Technische Anforderungen für die Steuerbarkeit der Ladestation

Speziell für die Steuerbarkeit der Ladestation gilt, dass sie über eine sichere digitale, bidirektionale Kommunikationsschnittstelle verfügen muss. Sie muss über gängige, standardisierte Kommunikationsprotokolle angesteuert werden können, damit sie mit anderen Komponenten innerhalb des Energiesystems kommunizieren kann (z.B. durch das standardisierte Protokoll OCPP 1.6 und eine Internetverbindung ist die Updatefähigkeit gewährleistet). Über die Ansteuerung muss die Leistung der Ladestation begrenzt oder nach entsprechenden Vorgaben zeitlich verschoben werden können. 

Außerdem muss die Ladestation in der Lage sein, Software-Updates zu erhalten, um zukünftige technische Entwicklungen umsetzen zu können - wie zum Beispiel eine sichere Anbindung an ein Smart Meter Gateway (SMGW, § 2 Satz 1 Nummer 19 des Messstellenbetriebsgesetzes), die Integration von Energiemanagementsystemen sowie neue Funktionen, wie sie etwa § 14 a der EnWG-Anpassung erfordert. 

Genau dieser Bereich - die netzdienliche Steuerung von E-Auto-Ladeinfrastruktur -  ist das Spezialgebiet von The Mobility House mit der Erfahrung aus bereits mehr als 40.000 installierten/verkauften Ladepunkten. 

Wie läuft das Förderverfahren ab?

Die Förderung erfolgt über die staatliche Förderbank KfW durch einen Investitionszuschuss, der erst nach Abschluss des Vorhabens ausbezahlt wird. Allerdings muss die Förderung über das Zuschussportal bei der KfW beantragt werden, noch bevor die Ladestation bestellt wird. Ab dem 24. November 2020 nimmt die KfW Anträge entgegen. 

Interessenten können die Förderung für Ladeinfrastruktur auch mit einigen anderen Fördermitteln der KfW kombinieren: Etwa für die Installation einer Photovoltaikanlage, für den barrierefreien Umbau von Stellplätzen und Garagen samt den Zugangswegen sowie für Maßnahmen zum Einbruchsschutz für Haus und Garage. 

Ausführliche Informationen zur Förderung und zum Antragsverfahren gibt es bei der KfW.

Eine Übersicht zu weiteren Förderprogrammen finden sich außerdem in der Förderdatenbank von The Mobility House wieder.