Technisches Grundwissen für
das Laden von Elektroautos

So berechnen Sie die Ladeleistung, Ladedauer und Reichweite
von E-Autos mit einfachen Formeln.

Drei wichtige Grundbegriffe der E-Mobilität

Ladeleistung von E-Autos

Je höher, umso schneller können Sie laden

Für die Berechnung der Ladeleistung benötigen Sie die Anzahl der Phasen, die Spannung (in Volt) und Stromstärke (in Ampere) Ihres Stromanschlusses für die Ladestation. Haushaltsgeräte nutzen in der Regel nur eine Phase, Elektrofahrzeuge können jedoch auch zwei- oder dreiphasig geladen werden. So gelangt – bei gleichbleibender Stromstärke – die doppelte oder dreifache Leistung ins Fahrzeug.

Bei einem dreiphasigen Anschluss spielt auch noch die Art, wie die Ladestation an das Netz angeschlossen ist, eine Rolle. Je nachdem, ob in Stern- oder Dreieckschaltung, liegt die Spannung bei 230 oder 400 Volt. Haben Sie diese Informationen vorliegen, können Sie die Werte ganz einfach in folgende Formeln einsetzen:

Wie wird die Ladeleistung berechnet?

Ladeleistung (Einphasenwechselstrom):
Ladeleistung (3,7 kW) = Phasen (1) * Spannung (230 V) * Stromstärke (16 A)

Ladeleistung (Drehstrom, Dreiphasenwechselstrom), Sternschaltung:
Ladeleistung (22 kW) = Phasen (3) * Spannung (230 V) * Stromstärke (32 A)

Alternativ: Ladeleistung (Drehstrom, Dreiphasenwechselstrom), Dreieckschaltung:
Ladeleistung (22 kW) = Wurzel (3) * Spannung (400 V) * Stromstärke (32 A)

VW e-Golf laden an der LadestationVW e-Golf laden an der Ladestation

Im Rechenbeispiel:

Möchten Sie eine Ladeleistung von 22 kW erreichen, muss Ihre Elektroinstallation auf dreiphasiges Laden mit einer Stromstärke von 32 Ampere ausgelegt sein.

Beispiel VW e-Golf:

Dieser lädt zweiphasig. Bei einer Spannung von 230 V und einer Stromstärke von 16 Ampere kann er eine Ladeleistung von 7,4 kW erreichen. Dies ist bei der Auswahl der passenden Ladestation zu beachten.

Was beeinflusst die Ladeleistung?

Faktoren wie die Temperatur der Batterie beeinflussen die Ladeleistung. Falls die Temperatur zu niedrig oder zu hoch ist, wird die Ladeleistung zur Schonung des Akkus gedrosselt. Dies kann besonders an kalten Wintertagen auftreten. Daher raten wir, die Batterie nach längerem Fahren direkt zu laden und nicht erst am nächsten Tag, wenn die Batterie wieder ausgekühlt ist.
Ebenso spielt der Ladezustand der Batterie eine Rolle. Je voller sie ist, desto langsamer lädt der Akku. Empfehlenswert ist das Aufladen im Bereich zwischen 20 und 80 Prozent SoC (State of Charge), damit eine hohe Leistung erreicht wird.

Welche Ladeleistung eignet sich für den Hausgebrauch? Wann brauche ich eine Anmeldung oder Genehmigung? Und: Hat die Ladeleistung Einfluss auf die Batterie-Lebensdauer? In unserem Ratgeber vergleichen wir für Sie 11 kW mit 22 kW Wallboxen.  

Ladezeit von Elektroautos

Wann Sie weiterfahren können

Die Ladezeit berechnen Sie ganz einfach, indem Sie die Batteriekapazität durch die Ladeleistung Ihres Elektroautos teilen. Beim Tesla Model 3 bedeutet das: 75 kWh durch 11 kW ergibt 7 h. Die Ladeleistung ist während des Ladevorgangs jedoch nicht konstant, sondern kann abhängig vom Zustand der Batterie limitiert sein. Aus diesem Grund addieren wir in unseren Berechnungen mindestens eine halbe Stunde hinzu. 

In unserem oben genannten Beispiel, dem VW e-Golf , beträgt die Ladeleistung lediglich 7,4 kW und die Batteriegröße liegt bei 35,8 kWh. In unserer Rechnung ergibt sich eine Ladezeit von rund 5 Stunden bei maximaler Leistung. 

In unserem zweiten Beispiel, dem KONA Elektro von Hyundai, beträgt die Ladeleistung lediglich 7,2 kW und die Batteriegröße liegt bei 64 kWh. In unserer Rechnung ergibt sich eine Ladezeit von rund 9 Stunden bei maximaler Leistung. 

Wie wird die Ladedauer berechnet?

Ladezeit = Batteriekapazität / Ladeleistung

Beispiel: 7 h = 75 kWh / 11 kW

Unsere Produktempfehlungen

So laden Sie am besten

Reichweite

Wie weit Sie mit einer Akkuladung kommen

Für die Berechnung der Reichweite Ihres Elektroautos teilen Sie einfach die Batteriekapazität durch den Energieverbrauch und multiplizieren das Ganze mit 100. Bitte beachten Sie, dass es sich hier nur um errechnete Werte handelt. Die reale Reichweite hängt unter anderem von der Fahrweise und der Nutzung von elektrischen Verbrauchern, wie der Heizung ab. Außerdem steht zum Schutz der Batterie häufig nicht die gesamte Kapazität zur Verfügung.

 

Wie wird die Reichweite berechnet?

Reichweite = Batteriekapazität / Energieverbrauch (pro 100km) 

Beispiel: 469 km = 85 kWh / (18,1 kWh / 100 km)

Beispiel VW e-Golf:

35,8 kWh / (12,7 kWh / 100 km) = 280 km

Wie lässt sich die Reichweite steigern?

Unsere 5 Profitipps helfen, das Beste aus Ihrer Elektroauto-Reichweite herauszuholen. 

Reichweite

Mit der Reichweite steht und fällt natürlich das persönliche Fahrvergnügen. Als Elektroautofahrer ist man stets drauf bedacht, mit einer möglichst ausreichend geladenen Batterie unterwegs zu sein. Glücklicherweise vermitteln einem eine Wallbox zuhause und das wachsende öffentliche Ladenetz ein sicheres Gefühl. Daneben können Ihnen auch unsere Profitipps helfen, das Beste aus Ihrer Elektroauto-Reichweite herauszuholen:

Unsere 5 Tipps zur Reichweitensteigerung

Reichweite von Elektroauto auf weiter StreckeReichweite von Elektroauto auf weiter Strecke
  1. Vorausschauend fahren und sensibel Gas geben. Abbremsen bis in den Stillstand vermeiden. Defensives Beschleunigen und Rollen hilft den Verbrauch gering zu halten.
  2. Die (Höchst-)Geschwindigkeit anpassen. Je schneller die Geschwindigkeit, desto höher ist die Kraft des Luftwiderstands. Und damit wird der Akku schneller leer. Ebenso positiv wirken sich schmale, rollwiderstandsoptimierte Reifen mit aerodynamisch geschlossen Felgen auf den Luftwiderstand aus. Reifen der Rollwiederstandklasse A sind hier am effektivsten.
  3. Klimaanlage ausschalten. Diese verbraucht sehr viel Energie. Aus diesem Grund sind auch Automobilhersteller wie Tesla und Volkswagen dabei, neue Lösungen zur Erzeugung von Wärme und Kälte für den Innenraum von E-Autos zu entwickeln. Die Hoffnung ist, dass hiermit ein wichtiger Hebel für die Steigerung der Reichweite gefunden werden kann.

  4. Gewicht reduzieren - Gewicht spielt zwar bei den Fahrwiederständen eine untergeordnete Rolle, aber unnötiges Zusatzgewicht sollte dennoch vermieden werden. Gleiches gilt für Dachaufbauten und Fahrradträger.

  5. Rekuperation nutzen. Moderne E-Autos wie der Audi e-tron rekuperieren exzellent. Mit einer maximalen Rekuperation-Leistung von 220 kW wird nahezu jede Bremsung wieder in elektrische Energie umgewandelt.

 

Das könnte Sie auch interessieren

Ratgeber

Tipps zum Kauf einer Ladestation

Wie laden Sie Ihr Elektroauto zuhause am besten? Wir haben 7 wertvolle Tipps für Sie.

Ratgeber

Ladezeitenübersicht Elektroautos

Wir haben für Sie alle E-Auto-Modelle mit ihren Ladezeiten und weiteren Eigenschaften aufgelistet.

Magazin

Märchen der Elektromobilität

Es war einmal...ein Elektroauto mit geringer Reichweite. Alles nur ein Mythos? Wir klären auf.