Unser Planet unter dem Klimawandel, Bildquelle: Shutterstock

Der Mensch braucht den Diesel nicht - einen gesunden Planeten allerdings schon. Elektroautos helfen, die Erde am Leben zu halten, aber viele haben Zweifel: „Das geht doch nicht, mit so wenig Reichweite“, sagen sie. Gut 400 Kilometer schafft die aktuelle E-Auto-Generation, der Durchschnittsfahrer ist hingegen nur 40 Kilometer am Tag unterwegs: Und wie das ginge! Die größten Zweifler sind jene, die noch nie mit einem Stromauto gefahren sind. Doch wer die Ruhe, die Kraft, die Geschmeidigkeit eines Elektroautos einmal erlebt hat, will nie wieder zurück zum Verbrenner. Zumal Diesel oder Benziner nicht das schöne Gefühl mitliefern, der Erde etwas Gutes zu tun.

Höchste Zeit umzudenken

Dabei ist das gerade in Österreich dringend nötig. Wir sind unter den EU-Schlusslichtern wenn es darum geht, die im Kyoto-Protokoll vereinbarten Klimaschutz-Ziele zu erreichen. Wir stoßen heute sogar mehr schädliches CO2 aus als im Referenzjahr 1990. Der Pkw-Verkehr ist für ein Viertel unserer Emissionen verantwortlich. Genau hier könnte jeder einzelne einen Anfang machen, gegen die Erderwärmung, für unsere Umwelt. Oder plakativer: Wenn wir alle weniger mit unseren Diesel-SUVs durch die Alpen heizen, wird es dort vielleicht auch künftig noch schneien.

So begrüßenswert die Anreize für Elektroautos auch sind, die die Bundesregierung auf den Weg gebracht hat: Die Öffnung von Busspuren oder das Gratis-Parken in Städten sind nur ein zarter Anfang, da muss noch mehr kommen. Zumal die 72 Millionen Euro für das Maßnahmenpaket zur Förderung von Elektroautos und Ladestationen verschwindend wenig sind gegen die gut 700 Millionen Euro pro Jahr, die wegen der niedrigen Steuer auf Diesel-Treibstoff im Staatshaushalt fehlen - eine Steuerbegünstigung, die angesichts der weltweiten Klimaproblematik ohnehin nicht mehr zeitgemäß ist.

Fiele diese Ermäßigung weg, wären Elektroautos im Vergleich noch wirtschaftlicher, als sie es schon sind. Ihre Anschaffung ist zwar deutlich teurer, dafür aber sparen sie massiv bei den Energie-, Wartungs- und Reparaturkosten.

Vorbilder zeigen wie es geht

Viele Beispiele zeigen, dass E-Mobilität absolut alltagstauglich ist. Im Vorbild-Land Norwegen entfällt die Hälfte aller Neuzulassungen auf Elektroautos. Die Madeira-Insel Porto Santo, wo 5000 Menschen leben und dreimal so viele Urlaub machen, will als erste Insel überhaupt komplett fossilfrei werden. Auch bei uns braucht es Vorbilder dieser Art: in der Politik, in der Wirtschaft, aber auch im Privaten.

Elektromobilität ist keine Spinnerei von Ökofreaks. Sie ist unsere Zukunft. Das Mindset zu erweitern, um das zu erkennen, tut nicht weh. Ein kaputter Planet allerdings schon.


Ein Kommentar von Thomas Raffeiner, CEO und Gründer von The Mobility House, im ELO Magazin
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