PHEVs als DienstwagenPHEVs als Dienstwagen

München, 13.08.2020

Standzeiten von Flotten- und Dienstfahrzeugen sind „verlorene Zeit“ – es sei denn, es handelt sich um Elektroautos oder Plug-in-Hybride. Denn diese können während der eigentlich ungenutzten Zeit auf dem Firmenparkplatz oder in der Tiefgarage eine wertvolle Ressource für Unternehmen darstellen. In vielerlei Hinsicht.

Ladeinfrastruktur an Firmenstandorten ist neben dem privaten Laden zu Hause von zentraler Bedeutung für den Erfolg der E-Mobilität: Da die Mitarbeiter viele Stunden am Arbeitsplatz verbringen, herrschen auch ideale Voraussetzungen für das Laden ihrer Elektrofahrzeuge. Zwar ist der Aufbau und Betrieb von Ladesäulen und Wallboxen mit etwas Aufwand verbunden – diese Investition zahlt sich an vielen anderen Stellen aus. Das gilt auch dann, wenn PHEVs als Dienstwagen genutzt werden – denn die Bedeutung des regelmäßigen Aufladens der PHEVs wird oft unterschätzt.

Mehr Strom, weniger Kosten

Die Autos mit „Doppelherz“ können ihre Klima- und Kostenvorteile nur dann optimal ausspielen, wenn sie auch regelmäßig geladen werden. Die mehr als 50 Kilometer Reichweite, welche die meisten aktuellen Modelle rein elektrisch zurücklegen können, genügen für einen Großteil der Pendlerstrecken. Werden diese tatsächlich komplett mit der Energie aus dem Akku zurückgelegt, ergeben sich hohe Einsparungen, da Strom deutlich günstiger ist als Benzin oder Diesel. Im Gegenzug steigen die Kosten überproportional, wenn der Teilzeitstromer nicht regelmäßig geladen wird — dann steigt der Spritverbrauch, wie Studien zeigen, auf das Drei- bis Vierfache des WLTP-Normwerts. Daher gilt: Ein PHEV sollte so oft wie möglich aufgeladen werden, um einen möglichst hohen elektrischen Fahranteil zu erreichen. Wollen Arbeitgeber also Tankkosten verringern und aktiv zur Erreichung der Klimaziele beitragen, dann ist die Installation einer Ladelösung direkt am Arbeitsplatz oder bei den Mitarbeitern Zuhause unabdingbar.

Ladestationen am Arbeitsplatz als Standortfaktor

Mit der Bereitstellung von Ladeinfrastruktur für Elektroautos haben Unternehmen die Chance, ein Zeichen gegen die Klimakrise zu setzen und den Wandel zur nachhaltigen Mobilität aktiv mitzugestalten. Gleichzeitig können sie so die eigene Attraktivität für Mitarbeiter, Talente und Fachkräfte steigern. Auch immer mehr Kunden und Partner wissen es zu schätzen, wenn Unternehmen an ihren Standorten umweltbewusste Technologien einsetzen. Unternehmenseigene Ladestationen tragen zunehmend dazu bei, Glaubwürdigkeit und Reputation bei wichtigen Zielgruppen zu schaffen.

Bevor der Aufbau einer adäquaten Ladeinfrastruktur starten kann, gilt es den grundsätzlichen Bedarf zu ermitteln und dabei auch bereits den künftigen Ausbau strategisch zu berücksichtigen. Bei ein, zwei Elektroautos wäre das Laden kein Problem: Eine einfache Wallbox mit zwei Anschlüssen würde schon reichen. Mittelfristig gehen Branchenkenner allerdings davon aus, dass die Hälfte der Parkplätze von Unternehmen mit einem Ladepunkt ausgestattet sein wird. Umso wichtiger ist eine optimale Planung, um eine kosteneffiziente und zukunftsfähige Lösung zu erhalten. Denn meist hat die aufgebaute Ladeinfrastruktur eine längere Lebensdauer als der aktuelle Dienstwagen. Außerdem können falsche Entscheidungen teuer werden. Etwa wenn eine zu klein geplante Installation aufwändig nachgerüstet werden muss oder wenn nicht mit Systemen gearbeitet wird, die über offene Schnittstellen verfügen und dadurch eine Erweiterung oder die Integration in Drittsysteme ermöglichen.

Förderungen und Steueranreize lassen die Kosten schrumpfen

Verschiedene Förderprogramme von Bund, Ländern und Kommunen vergünstigen den Aufbau der Ladeinfrastruktur zusätzlich; manche bezuschussen den Kauf und die Installation von Wallboxen und Ladesäulen mit bis zu 60 Prozent der Kosten. In der Regel liegt der finanzielle Aufwand pro Ladepunkt zwischen 1.200 und bis zu 3.500. Die Gesamtkosten hängen stark davon ab, ob bereits geeignete Stromkabel verlegt sind, ob Gleichstrom-Schnellladesäulen installiert werden und ob ein eigener bzw. zusätzlicher Trafo mit den entsprechenden umfangreichen Baumaßnahmen notwendig ist — was sich mit einem intelligenten Lastmanagement jedoch oft verhindern lässt.

Elektrifizierte Dienstwagen profitieren zusätzlich zur Umweltbonus genannten Kaufprämie, die schon die Anschaffung um bis zu 9000 Euro günstiger macht, von einer weiteren Förderung: Der geldwerte Vorteil der privaten Nutzung eines Elektroautos oder Plug-in-Hybrids als Dienstwagen muss mit maximal nur 0,5 Prozent versteuert werden, während der Satz auf Benziner und Diesel bei 1 Prozent des Bruttolistenpreises pro Monat liegt. Für reine Elektroautos, die weniger als 60.000 Euro kosten, beträgt die Dienstwagensteuer sogar nur 0,25 Prozent. Der Steuervorteil für einen Mitarbeiter beläuft sich jährlich mindestens auf einen nicht unwesentlichen dreistelligen Betrag.

Clevere Systeme vermeiden unnötige Kosten  

Ein Lastmanagement und Abrechnungssystemen sollte auch bei Installationen nur weniger Ladepunkte mindestens vorbereitet sein, um die Kosten niedrig zu halten. Das Lade-und Energiemanagementsystem von The Mobility House hat sich in der Praxis schon bei vielen Kunden bewährt. Das ChargePilot genannte System ermöglicht eine gezielte Steuerung der Ladevorgänge und eine intelligente Anpassung und Verteilung des Stromverbrauchs. Es vermeidet durch das Glätten von Lastspitzen einen kostspieligen Ausbau des örtlichen Netzanschlusses und unnötig hohe Betriebskosten.

Finanziell sinnvoll ist ein Lastmanagement je nach den örtlichen Gegebenheiten schon ab etwa drei Ladepunkten. Die Erfahrung hat gezeigt: Mit einem intelligentem Ladesystem lassen sich sowohl die einmaligen Investitions- wie auch die laufenden Stromkosten für den Netzanschluss und das Leistungsentgelt um 30 bis 70 Prozent reduzieren.

Auch intelligente Zugangs- und Abrechnungssysteme unterstützen den wirtschaftlichen Betrieb der Ladeinfrastruktur und bieten zudem vielfältige Analyse- und Abrechnungsmöglichkeiten, etwa wenn das Laden von Privat-, Dienst- und Kundenfahrzeugen unterschiedlich verrechnet und bilanziert werden soll. Zudem ergibt sich für Unternehmen so die Möglichkeit eventuelle Nachhaltigkeitsziele besser zu tracken und bei Bedarf auszuwerten.

Ladeinfrastruktur beim Mitarbeiter zuhause

Eine weitere bequeme Variante, die den elektrischen Fahranteil von PHEVs begünstigt, ist eine Ladestation direkt beim Mitarbeiter zuhause. Die Finanzierung der Ladelösung muss individuell zwischen Arbeitnehmer und -geber geklärt werden. Das kann von einer Bezuschussung des Kaufs, über das Leihen einer Ladestation bis hin zur kompletten Kostenübernahme reichen. Auch hier greifen Förderungen. Überlässt der Arbeitgeber dem Mitarbeiter die Ladestation, so entfällt hier zum Beispiel die Lohnsteuer. Schenkt der Arbeitgeber seinem Mitarbeiter eine Ladestation für zu Hause, dann kann der geldwerte Vorteil dafür pauschal mit dem festen Steuersatz von 25 % besteuert werden. Die Ladestation muss dabei zusätzlich zum Lohn überlassen werden. Dasselbe gilt, wenn der Arbeitnehmer einen Zuschuss zur Ladestation erhält.

Bei der Abrechnung des geladenen Stroms gibt es mehrere Möglichkeiten: Es kann eine monatliche Pauschale in Anspruch genommen werden oder es muss vom Arbeitnehmer eine kWh-genaue Aufzeichnung der Ladevorgänge und Verbräuche eingereicht werden. Die wesentlich einfachere Variante ist ein System, welches auch einen @home Abrechnungsservice anbietet. Denn davon profitieren Fahrer und Arbeitgeber gleichermaßen. Die zuhause entstandenen Stromkosten für das Laden des Dienstwagens können direkt eingesehen und mit dem Arbeitgeber entsprechend abgerechnet werden.