Was kostet ein Elektroauto verglichen mit einem Benziner? (TCO)

Ein Kostenvergleich zwischen dem Hyundai IONIQ Elektro Trend und dem Hyundai i30 1.4 T-GDI Trend DCT

Stromer vs. (Ver)brenner – welches Auto kostet mehr?

Hyundai IONIQ Elektro

Manche Entscheidungen trifft man aus dem Bauch. Andere dagegen aus tiefster Überzeugung. So wie Familie Stromer aus Nordrhein-Westfalen, die schon lange von dem schnittigen Elektroauto Hyundai IONIQ träumt. Damit durch die Siedlung brausen, ganz ohne Abgase – super. Worauf warten die anderen Autofahrer eigentlich noch?

 

Ganz anders sieht das der Nachbar Herr Brenner. Er investiert auch 2019 noch gerne in einen Benziner: den kompakten Hyundai i30. Günstig in der Anschaffung, solide im Preis-Leistungsverhältnis. Und für die tägliche Fahrt zur Arbeit in der 20 km entfernten Nachbarstadt absolut ausreichend. Wozu etwas Neues ausprobieren?

Hyundai i30

Wettstreit unter Nachbarn: Wer spart mit seinem Auto Geld?

Beim jährlichen Sommerfest berichten beide von ihren Anschaffungsplänen. Dabei entbrennt eine hitzige Diskussion: Wer trifft die beste Wahl beim Autokauf? Und wer setzt auf das falsche Pferd bzw. Gefährt?

Am Ende zählen für die beiden Familienväter die blanken Zahlen. Also wollen wir die beiden Fahrzeuge und deren Kosten vergleichen:

 

Relevant sind diese Faktoren bei der Kostenberechnung:

1. Anschaffungskosten

Der E-Auto-Fan Hr. Stromer muss beim Autohändler rund 33.000 Euro für seinen Hyundai IONIQ Elektro Trend zahlen, während Hr. Brenner nur 24.550 Euro für den Hyundai i30 1.4 T-GDI Trend DCT ausgibt. Damit liegt der elektrisch betriebene Variante preislich rund 34 Prozent über dem Benziner.

Woher kommt dieser große Preisunterschied? Der wesentliche Kostenfaktor beim Hyundai IONIQ liegt in der Batterie des Fahrzeugs. Diese macht etwa 40 Prozent des Werts aus.

Automobilexperten rechnen damit, dass in ein paar Jahren auch große Batterien, die eine passable Reichweite ermöglichen, für weniger als 10.000 Euro zu haben sein werden.  Bereits bis 2020 werden die Preise im Vergleich zu 2016 um 20 Prozent geringer liegen.

2010 lagen die Batteriekosten noch bei rund 600 Euro pro Kilowattstunde (kWh). Seitdem fällt der Wert der Lithium-Ionen-Akkus von Jahr zu Jahr kontinuierlich. Die Berater haben errechnet, dass Automobilunternehmen 2017 im Schnitt 170 Euro pro kWh ausgeben mussten. Das sind etwa 25 Prozent weniger als im Vorjahr. Laut einer aktuellen Studie von Horváth & Partners wird eine Kilowattstunde 2020 möglicherweise weniger als 100 Euro kosten.

 Hyundai IONIQ Elektro TrendHyundai i30 1.4 T-GDI Trend DCT
Anschaffungskosten 33.300 € 24.550 €

  

2. Ladeinfrastruktur für den Hyundai IONIQ

Während Hr. Brenner nach wie vor regelmäßig zur Tankstelle fährt und Benzin in sein Auto füllt, sollte Hr. Stromer hier schlauerweise in eine eigene Ladestation investieren: Das bietet ihm volle Flexibilität beim Fahren und Sicherheit beim Laden.

Eine Wallbox schlägt mit mindestens 600 Euro zu Buche. Hinzu kommen evtl. Installationskosten und Anpassungen an der Hauselektrik. Viele Unternehmen bauen an ihren Firmenparkplätzen nun auch eine eigene Ladeinfrastruktur auf. Das kommt Mitarbeitern mit Elektroauto natürlich sehr entgegen.

3. Förderungen und Steuervergünstigungen für E-Autos

Sparpotenzial bei:

Sparpotenzial bei Benzinern

Nicht nur Familie Stromer denkt an die Zukunft der Mobilität – auch die Politik fährt einen elektro-freundlichen Kurs. So gibt es seit 2016 die bundesweite Förderung für Elektrofahrzeuge namens Umweltbonus. Noch bis Mitte 2019 werden 4.000 Euro vom Listenpreis vieler E-Auto-Modelle, wie auch vom Hyundai IONIQ, abgezogen.

Somit spart sich Hr. Stromer knapp ein Fünftel vom ursprünglich angesetzten Preis. In einigen Bundesländern und Städten kommen weitere Förderungen obendrauf – eine kurze Recherche lohnt sich hier unbedingt! Da kann der Nachbar mit dem Verbrennermotor-Wagen leider keine Ansprüche geltend machen.

Steuervergünstigungen: Im Falle eines Dienstwagens muss der Fahrer private Fahrten mit dem Wagen als sog. geldwerten Vorteil versteuern. Bei Elektrofahrzeugen gilt ab 2019 ein geminderter Steuersatz von 0,5 Prozent des Bruttolistenpreises. Benziner oder Diesel-Fahrzeuge werden dagegen weiterhin mit 1 Prozent steuerlich belastet.

Im Falle von unseren beiden Nachbarn spielt diese Berechnung allerdings keine weitere Rolle, da die Fahrzeuge privat angeschafft werden. 

Mehr zum Thema: Warum Sie ein Elektroauto als Dienstwagen fahren sollten

4. Verbrauch Elektro- vs. Benzinbetriebenes Auto

Sparpotenzial bei:

Sparpotenzial bei Elektroautos

Was den Verbrauch angeht, so hat der Hyundai IONIQ die Nase vor dem Hyundai i30 – sehr zur Freude von Herrn Stromer. Beim nachmittäglichen Plausch am Zaun rechnet er Herrn Brenner diesen Punkt ausführlich vor.

Das Elektroauto seiner Wahl verbraucht auf 100 km rund 14,7 kWh bei einem durchschnittlichen Strompreis von 0,30 €/kWh. Der Hyundai i30 dagegen braucht 5,2 Liter auf 100 km, wobei man in Deutschland von einem durchschnittlichen Benzinpreis von rund 1,50 € ausgehen kann.

 Das ergibt bei einer Fahrtstrecke von 15.000 Kilometern im Jahr: 662 Euro Verbrauchskosten beim Hyundai IONIQ – und satte 1.170 Euro für den Hyundai i30.

 Hyundai IONIQ Elektro TrendHyundai i30 1.4 T-GDI Trend DCT
Verbrauch pro 100 km 14,7 5,2
Strompreis/Kraftstoffpreis 0,3 1,5
Kosten Verbrauch (15.000 km im Jahr) 662 € 1170 €

  

5. KFZ-Steuer

Sparpotenzial bei:

Sparpotenzial bei Elektroautos

Bei der Berechnung der KFZ-Steuer spielen zahlreiche Faktoren eine Rolle. Die Motorart, der Hubraum und auch der CO2-Ausstoß.

Noch bis zum 31. Dezember 2020 bekommen neu zugelassene Elektroautos eine Steuerbefreiung. Da ist Herr Stromer also fein raus. Sein Nachbar mit dem Hyundai i30 muss dagegen 98,- Euro KFZ-Steuer im Jahr zahlen.

 Hyundai IONIQ Elektro TrendHyundai i30 1.4 T-GDI Trend DCT
KFZ-Steuer - entfällt -  98 €

  

6. Fahrzeug-Versicherung

Sparpotenzial bei:

Sparpotenzial bei Elektroautos

Entscheidend für den täglichen Fahrspaß ist natürlich auch, dass das Auto ausreichend versichert ist. Der Beitrag wird nach Statistiken errechnet. Hier kommen laut der Versicherung Allianz jede Menge Faktoren ins Spiel: Typklasse, Schadensfreiheitsklasse, Regionalklasse, Schaden- und Kostenentwicklung und schließlich noch individuelle Faktoren wie die Fahrerfahrung des Fahrzeugbesitzers.

Für die beiden stolzen Neuwagenbesitzer ergeben sich folgende Werte: Die Vollkasko-Versicherung für den Hyundai IONIQ kostet Herrn Stromer jährlich 969 Euro. Der Hyundai i30 bringt Versicherungskosten von 1260 Euro mit sich.  

 Hyundai IONIQ Elektro TrendHyundai i30 1.4 T-GDI Trend DCT
Vollkasko-Versicherung 969 € 1.260 €

  

7. Wartung und Service

Sparpotenzial bei:

Sparpotenzial bei Elektroautos

Damit man lange was vom neuen Auto hat, lohnt sich eine regelmäßige Wartung und Pflege. Beim Benziner fallen darunter z.B. der Motorölwechsel oder die Erneuerung der Bremsflüssigkeit. Hr. Brenner zahlt für seinen Hyundai i30 rund 744 Euro im Jahr. Das erklärt sich dadurch, dass Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor deutlich mehr Verschleißteile haben als solche mit Elektromotor – da fallen natürlich die Reparatur- und Wartungskosten höher aus.

Das Elektroauto bringt hier wiederum einen deutlichen Vorteil mit sich: Wie das Nürtinger Institut für Automobilwirtschaft (ifa) schon vor Jahren festgehalten hat, liegen die Wartungs- und Reparaturkosten für Elektrofahrzeuge um rund 30 Prozent unter denen eines vergleichbaren Fahrzeugs mit Verbrennungsmotor. Und tatsächlich muss Herr Stromer für die Wartung seines Hyundai IONIQ nur 552 Euro im Jahr ausgeben.

 Hyundai IONIQ Elektro TrendHyundai i30 1.4 T-GDI Trend DCT
Wartung / Service 552 € 744 €

  

8. Restwert des Fahrzeugs

Schließlich bleibt noch der Faktor Restwert zu vergleichen. Um diesen zu bestimmen, braucht man eine gute Fahrzeug- und Marktkenntnis, um alle relevanten Informationen zu berücksichtigen. Privatpersonen kennen sich mit den Wertfaktoren in der Regel nicht gut aus. Man kann hierzu allerdings sachkundige Quellen wie z.B. den ADAC befragen. So machen es auch die beiden wetteifernden Nachbarn: Nach 5 Jahren liegt der Restwert beim Hyundai IONIQ bei 7.100 Euro und beim Hyundai i30 bei 6.070 Euro.

 Hyundai IONIQ Elektro TrendHyundai i30 1.4 T-GDI Trend DCT
Restwert nach 5 Jahren 7.100 € 6.070 €

  

Fazit: Welches Auto kostet insgesamt weniger?

Am Sommerfest im darauffolgenden Jahr ziehen die beiden Nachbarn Bilanz:  Im ersten Jahr ist der Hyundai i30 noch etwas günstiger in den Haltungskosten als sein elektrobetriebenes Pendant: 7.723 Euro kostet hier der Hyundai IONIQ Elektro und nur 6.968 Euro der Hyundai i30.

 

Interessant ist jedoch die langfristige Perspektive, wie Herr Stromer sogleich betont. Auf einige Jahre gerechnet, schrumpft die Differenz der jährlichen Kosten immer mehr und wendet sich ab 4 Jahren Haltezeit schließlich zugunsten des Elektroautos. In wenigen Jahren kann Herr Stromer also guten Gewissens sagen: Mein Hyundai IONIQ ist günstiger als die vergleichbare benzinbetriebene Variante Hyundai i30!

 

Die unten stehende Tabelle zeigt den Gesamtkostenvergleich der beiden Fahrzeuge nach 5 Jahren.

 

Kostenfaktoren

Hyundai IONIQ Elektro Trend

Hyundai i30 1.4 T-GDI Trend DCT

Einmalkosten

 

 

Anschaffungspreis

33.300 €

24.550 €

Ladeinfrastruktur

1.100 €

0 €

Förderung/Kaufprämie

-4.000 €

0 €

Wiederkehrende Kosten (pro Jahr)

 

 

Kosten Verbrauch

662 €

1.170 €

Kfz-Steuer

0 €

98 €

Versicherung

969 €

1.260 €

Wartung / Service

552 €

744 €

Restwert

7.100 €

6.070 €

Gesamtkosten

34.213 €

34.840 €