Wie die Spedition Adam Serr lebensmittelsensible Logistik erfolgreich elektrifiziert

Adam Serr

Die Spedition Adam Serr zeigt eindrucksvoll, dass sich E-Mobilität und lebensmittelsensible Logistik nicht ausschließen – mit der richtigen Ladeinfrastruktur und einem intelligenten Lademanagement.

    Ambition: Reduktion von CO2-Emissionen um 25 % pro Jahr
    Unternehmensgröße: 167 Sattelzugmaschinen, davon 15 E-LKW; 240 Mitarbeitende
    Standorte: Bad Wimpfen und Bad Rappenau
    Nutzergruppe: eigene E-Lkw

Ein Traditionsunternehmen im Wandel: Die Spedition Adam Serr zeigt eindrucksvoll, dass sich strenge Anforderungen an eine unterbrechungsfreie Kühlkette und emissionsfreie Transporte nicht ausschließen. Mit der richtigen Ladeinfrastruktur und einem intelligenten Lademanagement gelang der Start in die E-Mobilität. 

Ausgangssituation

Nachhaltigkeit als Leitplanke seit 2022

Die Firma Adam Serr ist ein regionaler Marktführer, der Tradition mit Zukunftsfähigkeit verbindet. Gegründet im Jahr 1946, hat sich das Unternehmen seit 1974 auf anspruchsvolle Lebensmittellogistik spezialisiert. Die Anforderungen sind hoch: Der Transport deckt den gesamten temperaturgeführten Bereich von -30 °C bis +25 °C ab – von der Herstellung bis zur Distribution.  

Der Startschuss für die Elektrifizierung der Flotte fiel vor rund vier Jahren in 2022. Als Träger des Lean and Green Awards“ hat sich die Spedition verpflichtet, Jahr für Jahr 25 Prozent ihrer CO2-Emissionen einzusparen. Der Wechsel zu alternativen Antrieben in der Flotte war somit die logische Konsequenz.  

Der finale Anstoß zum Umstieg auf E-Lkw kam schließlich direkt aus dem Markt: Ein Kunde motivierte das Unternehmen nicht nur zu dem Schritt in die E-Mobilität, sondern stellte für die erste halbjährige Testphase auch eigene Ladeinfrastruktur am Zielort zur Verfügung. Als Treiber dieser Innovation im Unternehmen fungierte Herr Bolinth, der als langjähriger Assistent der Geschäftsleitung den Wandel maßgeblich in die Hand nahm. 

Herausforderung

E-Mobilität: Ein hohes Risiko für temperatursensible Lebensmittel?

Der Umstieg auf E-Mobilität im Schwerlastverkehr bedeutete für das Unternehmen den Eintritt in absolutes Neuland – und das in einer Branche, in der Fehler unverzeihlich sind. In der Lebensmittellogistik zählt vor allem eines: Verfügbarkeit. Ein Ausfall von Fahrzeugen oder Ladeinfrastruktur hätte unmittelbare, fatale Folgen für die sensible Kühlkette und das laufende Tagesgeschäft. Entsprechend groß war die Sorge vor potenzieller Unzuverlässigkeit der neuen Systeme. 

Auch intern gab es zu Beginn eher Zurückhaltung. Bei der Vorstellung der Elektrifizierungspläne stieß Herr Bolinth im Team anfangs auf Skepsis. Hinzu kam ein junger, unübersichtlicher Markt.  

Bisher gab es wenig Erfahrungswerte, komplexe Installationsanforderungen (von der Kabeldimensionierung bis zur Einrichtung) und schließlich die größte externe Hürde: der lokale Netzanschluss. Der Netzbetreiber konnte nicht auf Anhieb die benötigten Kapazitäten für große Flottenausbauten bereitstellen, was eine intelligente Steuerung der verfügbaren Energie zwingend erforderlich machte. 

Unsere Lösung

Flexible Ladelösung, alles aus einer Hand

Um das Risiko angesichts des komplexen Marktes zu minimieren, entschied sich das Team von Adam Serr strategisch für einen „Alles-aus-einer-Hand“-Ansatz. Die E-Lkw und die dazugehörige Hardware wurden über die Lkw-Hausmarke DAF (Paccar) bezogen.  

Für das entscheidende Herzstück – die Softwaresteuerung und das Lademanagement – fiel die Wahl auf ChargePilot von The Mobility House Solutions. Das Lade- und Energiemanagementsystem wurde explizit sowohl von Paccar als auch vom Ladesäulenhersteller EkoEnergetyka mit der Begründung empfohlen, dass Hard- und Software sich gut integrieren lassen.  

Für Herrn Bolinth waren in der Entscheidung für The Mobility House Solutions als Partner vor allem zwei Aspekte ausschlaggebend: zum einen die übersichtliche und bedienerfreundliche Oberfläche von ChargePilot, zum anderen der pragmatische Ansatz von The Mobility House Solutions, auch bei Herausforderungen abseits von Standardlösungen schnell und zuverlässig Abhilfe zu schaffen. Nach dem Erstgespräch im Oktober 2024 wurde ChargePilot bereits im November 2024 bestellt, die Inbetriebnahme erfolgte dann im April 2025.  

Eine Schlüsselrolle im Energiekonzept spielt zudem die hauseigene Photovoltaik-Anlage mit einer Spitzenleistung von 500 kWp. Anstatt den Strom nur einzuspeisen, fließt die grüne Energie direkt in die Fahrzeuge. Um zudem maximale Sicherheit im operativen Geschäft zu garantieren, wurde bewusst ein „Sicherheitsnetz“ gespannt: Durch Lademöglichkeiten beim Kunden vor Ort sowie öffentliche Ladensäulen in der Nähe hat die Spedition jederzeit ein verlässliches Backup. 

Erfolge

Adam Serr ist bereit für die Skalierung der Ladelösung

Das Pilotprojekt ist mittlerweile ein integraler und unauffälliger Teil des Betriebsalltags. Wie bei jedem Neuland gab es anfängliche "Kinderkrankheiten" bei der Kommunikation zwischen Ladesäule und E-Lkw, doch diese wurden in enger Zusammenarbeit innerhalb der ersten zwei Monate vollständig eliminiert. Seitdem läuft das System zuverlässig und störungsfrei. Die E-Mobilität konnte nahtlos in die bestehende Logistik integriert werden, ohne die eng getakteten Prozesse zu beeinträchtigen. 

Die größten Erfolge zeigen sich jedoch nicht nur in der Technik, sondern auch im Team und in den Finanzen. Die anfängliche Skepsis der Belegschaft ist längst gewichen. Nachdem sich die Verlässlichkeit im ersten halben Jahr bewiesen hatte, herrschte eine regelrechte Aufbruchsstimmung, erzählt Bolinth – heute seien alle Beteiligten restlos begeistert. Auch wirtschaftlich mache sich der Wandel bezahlt: Beim richtigen Einsatz sei die E-Flotte durchaus schon mit dem Diesel vergleichbar und lasse sich sogar mit leichten wirtschaftlichen Vorteilen betreiben.  

Die Spedition Adam Serr ist nach dieser erfolgreichen Pilotphase bereit für die Skalierung und plant, die elektrische Flotte schnellstmöglich weiter zu vergrößern. Derzeit laufen die Gespräche mit dem Netzbetreiber, um die benötigte Netzanschlusserweiterung umzusetzen – das ist der häufigste Bottleneck, wenn es um die Elektrifizierung in der Logistik geht.  

Herrn Bolinths abschließender Rat an andere Logistiker im Hinblick auf den Umstieg ist daher ein klares Fazit: "Am besten sucht man sofort den Kontakt zum Netzbetreiber. Unabhängig davon sage ich aber immer: Lieber heute als morgen anfangen!"

Beratung und Angebot

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