Neue Förderrichtlinie: E-Lkw-Ladeinfrastruktur in Bayern 2026

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Eva Harmeling

04. September 2026

Geschätzte Lesezeit: 5 minutes

Die bayerische Staatsregierung setzt weiterhin auf die Förderung von Elektromobilität im Güterverkehr: Auch im Jahr 2026 stehen wieder 2,5 Millionen Euro zur Förderung nicht-öffentlicher Ladeinfrastruktur für elektrische Nutzfahrzeuge bereit.

E-Lkw stehen im Depot an Ladesäulen

Transport- und Logistikunternehmen im Freistaat haben damit im Rahmen des Programms „Bayern Innovativ“ auch in diesem Jahr wieder die Möglichkeit, für ihre Flotten passende Ladepunkte zu errichten und so die eigene CO₂‐Bilanz zu verbessern.

Wer ist förderberechtigt?

Antragsberechtigt sind laut Förderaufruf des Programms "Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge in Bayern 2026-2029" im Jahr 2026 wieder wirtschaftlich tätige Unternehmen mit Niederlassung oder Betriebsstätte im Freistaat Bayern, die im Bereich des Straßengüterverkehrs tätig sind.

Die zu errichtende Ladeinfrastruktur muss dabei ausschließlich für den betrieblichen Gebrauch, als nicht öffentliche Ladepunkte installieren werden und mit einer Mindestbetriebsdauer von drei Jahren geplant werden.

Die Förderhöhe liegt wie im vergangenen Jahr bei 40 % der zuwendungsfähigen Ausgaben beim Aufbau der Ladeinfrastruktur.

Was sind die Fördergegenstände?

Das Programm deckt folgende Anschaffungen ab:

  • konduktive DC-Schnell-Ladepunkte mit CCS-Steckern (DIN EN 62196-3 bzw. Combo für DC-Laden)
  • Ladepunkte mit leistungsstärkeren Steckerstandards mit EU-Norm (z. B. MCS für „Megawatt-Laden“)
  • den dafür erforderlichen Netzanschluss (ggf. in Verbindung mit Pufferspeicher)

Wo liegt die Förderhöhe für die Ladeinfrastruktur?

Die Deckelung der Förderung orientiert sich an der maximalen Ladeleistung bzw. der Art des Netzanschlusses. Im aktuellen Förderaufruf verschieben sich die Grenzen für die Fördersummen pro kW im Vergleich zum Vorjahr. Aufgeschlüsselt sieht das wie folgt aus:

Förderung für Ladepunkte:

  • < 250 kW max. 10.000 Euro je Ladepunkt
  • >= 250 kW und < 600 kW max. 20.000 Euro je Ladepunkt
  • >= 600 kW max. 60.000 Euro je Ladepunkt

Auch der Pufferspeicher ist in diesem Jahr fest einkalkuliert.

Förderung für den Netzanschluss:

  • Niederspannungsnetz: max. 10.000 EUro
  • Niederspannungsnetz in Verbindung mit einem zusätzlichen Pufferspeicher gem. Förderrichtlinie: max. 75.000 Euro
  • Mittel- oder Hochspannungsnetz: max. 75.000 Euro

Zudem gibt es wieder einen KMU-Bonus, der den Fördersatz für kleine und mittelständische Unternehmen um 10 Prozentpunkte erhöht.

Die maximale Förderung pro Antrag liegt wieder bei 250.000 Euro. Ein Antragsteller kann aber mehrere Anträge stellen und erhält über alle Förderanträge in diesem Aufruf maximal 500.000 Euro.

Was ist die Laufzeit des Förderantrags?

Der Antragszeitraum ist auch in diesem Jahr kurz. Anträge können ab dem 14. September 2026 um 10 Uhr gestellt werden. Das Antragsfenster schließt am 16. Oktober 2026 um 16 Uhr.

Der Antrag kann wie immer direkt bei Bayern Innovativ gestellt werden.

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Förderung für Ladeinfrastruktur: Worauf ist bei der Planung zu achten?

Damit der Antrag Erfolg hat und die Investition auch langfristig und zukunftssicher funktioniert, sollten Betriebe:

  1. frühzeitig prüfen, wie hoch der Strombedarf der eigenen E-Lkw-Flotte ist: Ladeleistung und Anzahl der Ladepunkte sollten auf zukünftige Anforderungen ausgelegt sein.
  2. geeignete Standorte auf dem Betriebsgelände identifizieren, wo Ladepunkte errichtet werden können, unter Berücksichtigung von Netzanschluss, Sicherheit und Genehmigungen.
  3. technische Spezifikationen (CCS, MCS) und Normen beachten.
  4. mit Fachpartnern für Planung & Installation zusammenarbeiten, um Wirtschaftlichkeit und Betriebssicherheit sicherzustellen.

Chancen der Förderung für E-Lkw

Für Unternehmen in der Logistik bietet das Förderprogramm vielfältige Vorteile:

  • Vorbereitung auf steigende Anforderungen in Sachen Nachhaltigkeit und Emissionssenkung
  • Reduzierung von Reichweitenproblemen im Alltagsbetrieb durch eigene Ladeinfrastruktur und die Möglichkeit zum günstigeren Depotladen über Nacht oder Zwischenladen während des Be- und Entladens
  • Möglichkeit, auf moderne Standards wie MCS zu setzen, die insbesondere für große E-Lkw relevant werden

Mit dem neuen Förderaufruf setzt Bayern ein starkes Signal in Richtung Elektromobilität im Straßengüterverkehr. Für Logistikbetriebe ist das Programm eine hervorragende Gelegenheit, in zukunftsfähige Ladeinfrastruktur zu investieren und sich so wettbewerbsfähig und nachhaltig aufzustellen.

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