Teurer Kaufpreis von ElektroautosTeurer Kaufpreis von Elektroautos

München/Zürich, 19.11.2020

Die Zukunft der Mobilität ist elektrisch. Doch die umweltfreundlichen und leisen Elektroautos wollen vor der Fahrt aufgeladen werden. Damit das Laden schnell und sicher funktioniert und sich nahtlos in die Energieversorgung vor Ort integriert, laufen im Hintergrund unzählige Prozesse ab. Offene und standardisierte Schnittstellen zwischen Fahrzeug, Ladestation und Backend- sowie Energiemanagement-Systemen garantieren, dass Ladeinfrastruktur mit dem zunehmenden Erfolg der Elektromobilität mitwachsen und sich stetig verbessern kann. Und damit eine zukunftssichere Ladeinfrastruktur gewährleistet ist. Grund genug, diesen unsichtbaren Helfern eine umfassende Serie zu widmen.

The Mobility House, das Technologieunternehmen und Lösungsanbieter rund ums Laden, klärt in einer Blog-Serie auf, welche Schnittstellen und Standards für den Markt wichtig sind und was es generell zu wissen und zu beachten gilt.

In Teil fünf dreht sich alles um den internationalen Standard ISO15118, der die bidirektionale Kommunikation zwischen Elektroauto und Ladestation ermöglicht.

ISO 15118 macht Ladevorgänge einfacher und effizienter

ISO 15118 ist ein internationaler Standard für die bidirektionale Kommunikation zwischen Elektroauto und Ladestation, der stetig weiterentwickelt und mit jedem neuem Release um weitere Komfortfunktionen ergänzt wird. Er wird sowohl in kabelgebundenen Wechselstrom- als auch Gleichstrom-Ladestationen eingesetzt und ebenso beim kabellosen (induktiven) Laden. ISO 15118 gilt als Schlüsselelement für mehrere Technologien, die das Laden von Elektroautos immer effizienter, einfacher und netzdienlicher machen.

Effizienter dank der Intelligenz von ISO 15118: Während des Ladens tauschen Ladestation und Elektroauto fortlaufend Werte wie Ladestand der Batterie (State of Charge, SoC), Energiebedarf und Ladeleistung aus und garantieren somit einen optimalen Ladevorgang. Einfacher z.B. dank Komfortfunktionen wie Plug & Charge, weil das E-Auto zum Starten des Ladevorgangs nur noch per Stecker mit der Ladestation verbunden werden muss. Alle fürs Laden relevanten Vorgänge werden automatisch ausgeführt, Ladekarten werden somit überflüssig.

Das Laden wird dank ISO 15118 immer netzdienlicher. In der zweiten Edition des Standards werden einige für Smart Grids notwendige Aspekte enthalten sein. Im intelligenten Stromnetz kann ein ISO 15118-fähiges Elektroauto als Energielieferant genutzt werden - indem es Strom auch wieder ans Netz abgibt, etwa um Lastspitzen und Frequenzschwankungen abzufedern. Ein Service, den Stromversorger und Netzbetreiber großzügig entlohnen: In einem Pilotprojekt von The Mobility House erzielte ein Nissan Leaf durch netzdienliche Ansteuerung (Vehicle-to-Grid, abgekürzt V2G) gut 1000 Euro im Jahr. ISO 15118 garantiert bei dieser Anwendung gleichzeitig aber auch, dass die Batterie zur gewünschten Abfahrtszeit den gewünschten Füllstand erreicht hat und das E-Auto somit über die gewünschte Reichweite verfügt. In der Zwischenzeit - den durchschnittlich 23 Stunden am Tag, an denen ein Auto geparkt ist - steht ein kleiner Teil der Kapazität für V2G bereit. Das E-Auto muss somit meist nicht mehr - wie sonst üblich - sofort mit voller Leistung geladen werden. Das sorgt nicht nur für Flexibilität im Stromnetz, sondern schont auch den Akku.

 

Mit einem Lade- und Energiemanagementsystem wie ChargePilot von The Mobility House oder einer Schnittstelle zu einer Photovoltaik-Anlage (über Modbus oder zukünftig auch EE-Bus) kann einer ISO-15118-fähigen Ladestation auch mitgeteilt werden, wann überschüssiger Strom aus erneuerbaren Energien zur Verfügung steht; dieser kann somit gezielt zum Laden von Elektroautos genutzt werden. Wird der Strom für andere Zwecke dringender benötigt, wird die Ladeleistung dynamisch angepasst.

The Mobility House & ISO 15118

Auch ChargePilot beherrscht ISO 15118 und steuert darüber bereits mehrere nutzerfreundliche Funktionen, die vor allem im Flottenmangement neben der intelligenten und effizienten Steuerung der Ladevorgänge viele weitere Vorteile mit sich bringen: etwa die Vorkonditionierung (Preconditioning) z.B. von Elektrobussen und Logistikfahrzeugen, die zur gewünschten Zeit im Sommer gekühlt und im Winter geheizt zur Abfahrt bereit stehen und somit deren elektrische Reichweite erhöht wird. Über den sogenannten Value Added Service nach VDV 261 schickt ChargePilot die dafür benötigten Daten direkt an den Bus. Die Funktion AutoCharge wiederum macht die Verwendung einer Ladekarte oder eines RFID-Chips zur Identifikation an der Ladesäule überflüssig. Anstelle des RFID-Tags wird hier die MAC-Adresse des Busses verwendet. Nach und nach wird ChargePilot mit der Weiterentwicklung von ISO 15118 - die 2. Edition wird für das zweite Halbjahr 2021 geplant - ebenfalls um neue Funktionen ergänzt, wie zum Beispiel die erwähnten Funktionen Plug & Charge und das netzdienliche, bidirektionale Laden.