Porto Santo - erste emissionsfreie Insel der Welt

Porto Santo/München, 23. Mai 2019

Eine Insel frei von CO2-Emissionen: Das ist das Ziel eines gemeinsamen Projekts des Technologieunternehmens The Mobility House (TMH), des Autoherstellers Groupe Renault sowie des Energieversorgers EEM, Empresa de Electricidade da Madeira S.A. Zusammen wollen sie die Madeira-Insel Porto Santo unter dem Titel „Smart Fossil Free Island“ zu einem Leuchtturm der Nachhaltigkeit umgestalten.

Seit Projektbeginn Anfang 2018 arbeiten die drei Projektpartner daran, durch die intelligente Integration von Elektroautos und Batteriespeichern den Anteil der von lokalen Wind- und Solarenergieanlagen erzeugten Erneuerbaren Energien zu steigern. Dafür hat TMH die intelligente Software, den sogenannten „Marketplace“ entwickelt. Dieser optimiert das Zusammenspiel zwischen herkömmlichen Elektroautos, stationären Second-Life Batteriespeichern und bidirektionalen Elektrofahrzeugen (Vehicle-to-Grid, V2G), welche die Energie aus ihren Akkus auch wieder ans Stromnetz abgeben können.

Aktuell tragen Erneuerbare Energien (Wind- und Sonnenenergie) einen Anteil von 15% zur Stromversorgung der Insel bei. Das flexible System, zu dem momentan 22 uni- und bidirektionale Elektroautos von Renault und zwei Batteriespeicher aus Second-Life Renault Fahrzeugbatterien gehören, trägt dazu bei, diese Erzeugungskapazität optimal zu nutzen und legt den Grundstein für einen weiteren effizienten Ausbau der Erneuerbaren Energien. Die flexible Cloud-Plattform „Marketplace“ harmonisiert im Gesamtsystem Bedarf und Angebot der verschiedenen Erzeuger und Verbraucher vollautomatisch. Besteht ein Überschuss an Erneuerbaren Energien, wird dieser Strom an die stationären Speicher sowie die Elektroautos abgegeben. Verdecken Wolken die Photovoltaikanlage und bremst eine Flaute die Erzeugung von Windenergie, geben die stationären Speicher und die bidirektionalen E-Autos ihre Energie wieder ab. Die unidirektionalen Elektroautos laden in diesem Fall nicht. Somit werden derartige Schwankungen wieder ausgeglichen.

Damit die Mobilitätsbedürfnisse der E-Auto-Nutzer jederzeit erfüllt werden, können sie über eine App festlegen, zu welcher Abfahrtszeit wie viel Energie mindestens im Akku des Fahrzeugs vorhanden sein soll. Die gewünschte Mindest-Reichweite des Fahrzeugs steht somit jederzeit zur Verfügung.

Vorstellung des Projekts Porto Santo mit The Mobility House und Renault
Renault Zoe als Teil des intelligenten Ökosystems auf Porto Santo
Porto Santo Projekt mit The Mobility House
Kontrollzentrum auf der ersten CO2 freien Insel Porto Santo
Bildschirm mit Daten von Porto Santo
Renault Zoe an Schnellladestation auf Porto Santo
Mit Second-Life Batteriespeicher zur ersten CO2 freien Insel Porto Santo
Solaranlagen auf Porto Santo

Der „Marketplace“ beweist, dass die Sektorkopplung zwischen der Energie- und der Mobilitätswelt technisch möglich ist. Auf Porto Santo handelt es sich um das weltweit erste Projekt, in dem die drei Flexibilitätsformen intelligentes LadenVehicle-to-Grid und Second-Life Batteriespeicher von einer zentralen Softwareplattform intelligent gesteuert werden. Im Kleinen erproben die drei Projektpartner bereits die Integration von Technologien, welche die Energiewende auch auf dem Kontinent unterstützen können.

Das Pilotsystem ist der Grundstein für den geplanten Ausbau der Energieversorgung auf Porto Santo mit Ökostrom und der Beweis dafür, dass verschiedene Anforderungen so intelligent miteinander verknüpft werden können, dass der Anteil Erneuerbarer Energien erhöht werden kann. Das nächste Ziel ist es, sowohl Stromerzeugung als auch Mobilität auf Porto Santo gänzlich frei von fossilen Brennstoffen zu bekommen - momentan kommt der meiste Strom für die Insel noch von Dieselgeneratoren. Nach und nach soll das Gesamtsystem um weitere Elektrofahrzeuge, weitere Stationärspeicher sowie weitere Solar- und Windkraftanlagen ergänzt werden. Die „Marketplace“-Software kann diesen Ausbau flexibel ins Gesamtsystem übernehmen und jederzeit eine zuverlässige Stromversorgung sicherstellen.