Eco-Modus, Rekuperation & Co.:
So sparen Sie Strom mit Ihrem E-Auto

Durch die Energiekrise steigen auch hierzulande die Strompreise rasant an. Besonders mit Blick auf den Winter fragen sich viele E-Auto-Fahrer:innen, wie sie ihren Energieverbrauch im Alltag reduzieren und somit den Geldbeutel schonen können.

Mit unseren Tipps sparen Sie ganz einfach beim elektrischen Fahren Strom ein und gewinnen damit sogar Reichweite.

Energiesparendes Fahren: Die Grundlagen

Worauf beim E-Auto zu achten ist

Energiesparen beginnt bereits bei der Auswahl des geeigneten Elektroautos. Achten Sie beim Kauf auf die richtige Batteriekapazität: Diese sollte zu Ihrer regelmäßig benötigten Reichweite und Ladedauer passen. Denn je größer die Batterie ist, desto schwerer ist sie auch. Und mehr Gewicht bedeutet: ein höherer Energieverbrauch. Dies belastet nicht nur die Umwelt, sondern auch Ihren Geldbeutel.

Ein Beispiel: Wenn Sie täglich pendeln und geschäftlich viel unterwegs sind, mag sich ein Audi e-tron mit einer 95 kWh-Batterie (Reichweite rund 410 km) lohnen. Sind Sie eher Gelegenheitsfahrer:in mit kurzen Strecken bis 30 Kilometer am Tag, dann kommt eher ein Fiat 500 Elektro mit 24 kWh Batteriekapazität und 180 km Reichweite in Frage.

Außerdem ist es empfehlenswert, das E-Auto an einer Wallbox statt einer üblichen Haushaltssteckdose zu laden. So lädt ihr Auto nicht nur schneller und sicherer, sondern auch effizienter – denn laut einer Studie des ADAC (09/2022) entstehen an einer Haushaltsteckdose je nach Fahrzeugmodell Ladeverluste von bis zu 30 Prozent.

Am meisten wirken sich die individuelle Fahrweise und das Ladeverhalten auf den Energieverbrauch eines E-Autos aus. Davon abgesehen kommen Faktoren wie die Außentemperatur dazu – diese lassen sich allerdings nicht steuern.

Fahrmodus Eco ID3Fahrmodus Eco ID3
Felgen VW ID3Felgen VW ID3

Auch Details wie der richtige Reifendruck und die Felgengröße haben einen Einfluss auf die Reichweite Ihres E-Fahrzeugs. Um den Verbrauch zu reduzieren, empfehlen wir eine möglichst kleine Felgengröße. So macht beispielsweise beim Nissan ARIYA die kleinere Felgengröße von 19 Zoll – verglichen mit 20 Zoll – ein Plus von bis zu 30 km Reichweite aus.

Ebenso positiv wirken sich schmale, rollwiderstandsoptimierte Reifen mit aerodynamisch geschlossenen Felgen auf den Luftwiderstand aus. Etwa 0,2 bar Reifendruck zusätzlich sind in der Regel kein Problem und können für zusätzliche Reichweite sorgen.

Wie auch beim Verbrenner gilt: Vermeiden Sie unnötiges Gepäck im Kofferraum oder auf dem Autodach. Je niedriger das Fahrzeuggewicht und der Luftwiderstand, desto energiesparender fahren Sie.

Mehr Reichweite durch achtsames Bremsen: Die Rekuperation

Nutzen Sie die Energierückgewinnung im E-Auto

Der Begriff „Rekuperation“ beschreibt den technischen Vorgang, Energie beim Verlangsamen von Hybriden oder reinen E-Autos zurückzugewinnen. Das "Verzögern" geschieht, wenn man den Fuß etwas vom Gas nimmt, ohne das Bremspedal zu berühren. Genau dieser spürbare Widerstand ist die Rekuperation.
Der Elektromotor wandelt dabei die beim Fahren enstandene Bewegungsenergie wieder in elektrische Energie um. Diese wird im Akku gespeichert und sorgt für mehr Reichweite im Elektrofahrzeug.

Wenn Ihr E-Auto mehrere Rekuperationsstufen anbietet, wählen Sie möglichst die höchste. Damit verzögert das Fahrzeug stärker und es kann entsprechend mehr Energie zurückgewonnen werden. Dies ist insbesondere im Stadtverkehr mit häufigen Stopps relevant.

Bei den ID-Modellen von Volkswagen können Sie beispielsweise den Brake-Modus (Fahrstufe „B“) wählen. Dann erfolgt die Energierückgewinnung im Schubbetrieb – also wenn der Fuß vom Gaspedal genommen wird – fast immer. Die Verzögerung ist spürbar, das Auto kommt jedoch nicht komplett zum Stillstand.

Gut zu wissen: Wie viel Energie lässt sich durch Rekuperation zurückgewinnen?

Wer die Rekuperation voll ausnutzt und zudem vorausschauend fährt, kann so die Reichweite erhöhen und den Akku immer wieder ein Stück weit aufladen.

Allerdings kann man die verlorene Strommenge nicht komplett per Rekuperation wieder auffüllen – irgendwann müssen Sie trotzdem zur Ladestation, um wieder aufzuladen.

Geübte E-Fahrer:innen können aber etwa 20 Prozent der Energie bei der Rückgewinnung einsparen und so deutlich mehr Reichweite generieren.

Von Segeln bis One-Pedal-Driving

Die Fahrweise macht den Unterschied

Ganz klar: Den größten Einfluss auf die Reichweite hat schnelles Fahren. Das merken Sie, wenn Sie schon einmal längere Strecken auf der Autobahn unterwegs waren. Grund dafür ist, dass hohe Geschwindigkeit aufgrund des stärkeren Luftwiderstands mehr Energie benötigt. Vor allem im Stadtverkehr gilt also: sanft beschleunigen, um Energie zu sparen.

Ungeübten E-Fahrer:innen empfehlen wir, das Eco- oder Energiesparprogramm zu verwenden. Dabei schaltet das Auto situationsabhängig stromzehrende Funktionen wie die Sitzheizung ab und ermöglicht beispielsweise den Segel- oder Rekuperationsmodus. Auch beim Tritt auf das Gaspedal werden Sie feststellen, dass die Leistung des Motors und die damit zusammenhängende Höchstgeschwindigkeit Ihres E-Autos im Eco-Programm begrenzt sind.

 

Idealerweise lassen Sie das E-Auto ausrollen, wenn Sie langsamer werden wollen. Dieses sogenannte "Segeln" ist der beste Weg, um energiesparend zu fahren. Beim Ausrollen nutzen Sie die Schwungenergie des Fahrzeugs. Oftmals stellt der Eco-Modus je nach Situation automatisch die Segelfunktion ein.

Beim One-Pedal-Driving steuern Sie das Auto nur mit einem Pedal und können damit sowohl beschleunigen als auch (sanft) bremsen. Das sogenannte e-Pedal finden Sie zum Beispiel beim Nissan LEAF oder Modellen von Tesla. 

Elektroauto GaspedalElektroauto Gaspedal
Display Lenkrad E-AutoDisplay Lenkrad E-Auto

Gut zu wissen: Warum E-Autos meist günstiger sind als Verbrenner

Der ADAC hat im April 2022 nachvollzogen, ob sich das Fahren von Elektroautos wirtschaftlich lohnt. Das Ergebnis der Vollkosten-Berechnung: Nimmt man alle Kosten eines Autos zusammen, vom Kaufpreis über sämtliche Betriebs- und Wartungsaufwände bis zum Wertverlust, schneiden Elektroautos häufig besser ab als Verbrenner.

Lesen Sie mehr zu dem Thema in unserem Kostenvergleich: Was kostet ein Elektroauto verglichen mit einem Benziner?

Der Batterie zuliebe: extreme Temperaturen vermeiden

So schonen Sie Ihren Akku

Im Herbst und Winter ist es sinnvoll, das E-Auto in der Garage zu parken und direkt nach der Fahrt zu laden. 

Die Energie für die Heizung wird direkt aus der Batterie gespeist, weshalb es je nach Jahreszeit zu Unterschieden bei der Reichweite von bis zu 35 Prozent kommen kann. Bei kalten Außentemperaturen sollten Sie möglichst viel körpernahe Heizung nutzen, da diese effektiver ist als die Luftheizung im Auto. Also lieber die Sitzheizung einschalten als das Gebläse.

Unser Tipp: Heizen Sie Ihr Elektroauto bequem vor – zum Beispiel per App. Denn während das E-Auto am Stromnetz angeschlossen ist, kommt die Energie nicht aus der Antriebsbatterie – und Sie steigen direkt in ein wohlig warmes Auto ein. Wenn Sie in Ihrer App zum Fahrzeug wählen, dass das Laden um 22 Uhr starten soll, können Sie die Heizung oder Klimatisierung um 7 Uhr morgens starten lassen.

Insbesondere zur kalten Jahreszeit sollten Sie außerdem keine Kurzstrecken mit dem E-Auto fahren, vor allem bei langer Standzeit dazwischen. Im Winter kühlen die eisigen Temperaturen nämlich den Innenraum sowie die Batterie des Fahrzeugs stark herunter. Das Aufheizen kostet wiederum viel Energie und im Fall einer ausgekühlten Batterie auch Reichweite.

Doch auch hohe Temperaturen (über 35 Grad) tun dem Akku nicht gut und können die Leistung der Lithium-Ionen-Speicher negativ beeinflussen.

E-Auto oeffentlich ladenE-Auto oeffentlich laden
E-Auto öffentlich laden LadekabelE-Auto öffentlich laden Ladekabel

Wo, wie, wann: Das Einmaleins des Ladens

Kleine Tipps mit großem Sparpotenzial

Das richtige Laden Ihres E-Autos kann ebenso viel Energie sparen. Generell ist es ratsam, so oft wie möglich zuhause an der heimischen Wallbox zu laden – das ist in der Regel deutlich günstiger als an öffentlichen Ladestationen.

Im besten Fall verwenden Sie eigenproduzierten Strom aus einer PV-Anlage. Somit sind Sie unabhängiger von steigenden Strompreisen und sogar emissionslos unterwegs. Zudem ist es hilfreich, das Wetter im Blick zu haben und bei Sonnenschein das E-Auto über die Wallbox mit dem gewonnenen Solarstrom zu laden.

Mit Blick auf den Ladestand gilt, Extremzustände zu vermeiden. Bei einer kompletten Voll- oder Entladung der Batterie werden die Lithium-Ionen-Zellen nämlich stark beansprucht. Optimal ist ein Akkustand von 20 bis 80 Prozent. Den gewünschten finalen Ladezustand können Sie beispielsweise per App einstellen.

Außerdem ist es ratsam, Schnellladen nur in Maßen in Anspruch zu nehmen. Das schont die Batterie. Am besten laden Sie also mit Ausnahme von Urlaub und Tagesausflügen mit geringerer Ladeleistung.

Ist die Batterie erst einmal herunter- beziehungsweise ausgekühlt, ist die Ladedauer höher. Darum empfehlen wir, dass Sie Ihr Auto abends an der Ladestation aufladen anstatt morgens vor dem „Warmlaufen“.  

Natürlich spielt auch der Stromtarif eine wichtige Rolle beim richtigen Laden. Hier sind spezielle, an Ihre Bedürfnisse angepasste Autostromtarife oftmals die günstigere Wahl als herkömmliche Stromtarife.

Einige Stadtwerke schaffen nun besondere Anreize, damit ihre Kund:innen bewusst Energie sparen: So bieten beispielsweise die Stadtwerke Duisburg bis zu 300 € GasSparBonus oder das Mannheimer Modell bis zu 165 € (Zeitraum begrenzt). 

Gut zu wissen: Lohnt sich Schnellladen?

Autobahn im SonnenuntergangAutobahn im Sonnenuntergang

Es kommt darauf an. Hier ist es wichtig, genau auf die Strompreise der Ladesäule zu achten, denn sie unterscheiden sich enorm. Im Rahmen mancher Tarife gelten Festpreise, die auch bei steigenden Strompreisen nicht so schnell teurer werden.

Nutzen Sie auch unsere Tipps im Ratgeberbeitrag Elektroauto öffentlich laden.

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